Was unsere Kinder so erleben...
aus dem Tagebuch der Kita-Kinder

 

Corona – Auswirkungen auf unseren Flicflac

 

Liebes Tagebuch,

 

diesmal möchte ich Dir von den Auswirkungen des Coronavirus aus unseren Flicflac berichten:

 

Mit der Corona Pandemie fingen auch ganz besondere Zeiten im Flicflac an. Eine Woche vor dem Lockdown entschied unser Basarteam schweren Herzens aber richtig, den beliebten Flicflac Basar abzusagen. Neben großem Verständnis und Lob für diese Entscheidung musste leider auch einige Kritik und Unverständnis für diese Entscheidung eingesteckt werden. Die weitere Entwicklung zeigte, dass es richtig war.
Nur eine Woche später wurden alle Kindertagesstätten und Schulen in NRW geschlossen. Bis zu den Osterferien stand der Betrieb im Flicflac still. Die Mitarbeiter/Innen arbeiteten überwiegend im Homeoffice, an Dokumentationen und Planungen und auch an Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit den Kindern und Familien. Es wurden Videos aus dem leeren Flicflac verschickt. Bastelanleitungen und Ausmalbilder erstellt und Fotokollagen mit Grüßen zu Ostern verschickt.

Zu Beginn des Lockdown hätte es bereits Familien mit berechtigtem Anspruch auf Betreuung gegeben. Jedoch nahmen vorerst alle Abstand davon. Ab den Osterferien war es einzelnen Familien nicht mehr möglich die Betreuung ihrer Kinder zuhause zu gewährleisten und der Flicflac konnte für eine Notgruppe, mit anfangs 4-6 Kindern geöffnet werden. Nach einer so langen Pause waren wir sehr gespannt wie es für die Kinder sein wird, unter den neuen Gegebenheiten,  in neuer Gruppenkonstellation zurück zu kommen. Erstaunlicherweise haben sich so gut wie alle Kinder so sehr gefreut, dass der Wiedereinstieg unkompliziert verlief. Hygienemaßnahmen, wie das Tragen eines Mundschutzes für Eltern und Erzieher beim Bringen und Abholen, Handdesinfektion, Abstandhalte, regelmäßige Desinfektion von Gegenständen u.s.w wurden zum Alltag.  Buffets waren nicht mehr erlaubt und die Kinder durften sich das Essen nicht mehr selbst aus den Schüsseln nehmen, um Kontaktketten zu vermeiden.

Die Regularien bezüglich der Vorschriften und  anspruchsberechtigten Familien veränderten sich in regelmäßigen Abständen. Damit erhöhte sich auch jedes Mal die Anzahl der zu betreuenden Kinder. Mitte Mai bereits auf 18, so dass wir eine zweite Notgruppe einrichten mussten. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Gruppengröße 10-12 Kinder nicht überschreiten. Dadurch musste der pädagogische Alltag komplett neu organisiert werden, denn die Gruppen durften untereinander keine Berührungspunkte haben. Für einige Kinder wurde es ab dann deutlich schwieriger. Es war schwer zu verstehen, dass  Freunde die später dazu kamen, in anderen Gruppen sein mussten. Was daran lag, dass nicht neu durchmischt werden durfte und man sich zudem untereinander nicht besuchen durfte.

Zum Bringen und Abholen wurden Einbahnstraßenregeln eingeführt. Garten und Bewegungsflur durften nur abwechselnd und mit Zwischendesinfektion der Kontaktflächen bespielt werden.

Ende Mai wurden es noch mehr Kinder, es musste eine dritte Notgruppe eröffnet werden. Da wegen der Abstandsregeln immer nur eine Familie im Eingangsflur sein durfte, kam es beim Bringen und Abholen oft zu Staus.

Anfang Juni wurde der eingeschränkte Regelbetrieb für alle Kinder eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle Gruppen wieder mit voller Kinderzahl, aber um 10 Stunden reduzierter Betreuungszeit geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt war es unmöglich die Bring und Abholsituation, mit 75 Kindern und Familien, über das bisherige System abzuwickeln. Deshalb haben wir uns entschlossen für jede Gruppe einen separaten Eingang einzurichten. Eine unserer Gruppen musste vorübergehend sogar ins Untergeschoss verlegt werden, da ihre Raumaufteilung eine Kontaktvermeidung zu den Kindern der anderen Gruppen nicht gewährleisten konnte. Die Teilung des Gartens und der Gemeinschaftsräume war eine echte Herausforderung.

Als dann kurz vor den Sommerferien der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden durfte, mussten zwar weiterhin die Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten und umgesetzt werden, jedoch durfte ab diesem Zeitpunkt wieder eine nachvollziehbare Durchmischung der Kinder stattfinden. Die Kinder freuen sich über einen relativ „normalen“ Kindergartenalltag und zu unser aller Freude blieben wir bisher von Covid 19 verschont.

 

So, liebes Tagebuch, bis zum nächsten Mal.