Ist Krafttraining gefährlich für Jugendliche?
Ein Rückblick zu unserem Vortrag im Januar

Nicolas Linder & Uwe Rachui beim Vortrag über Jugendliche und Krafttraining
- 06.01.2026, 15:37
- Von: Nicolas Linder
Ein Rückblick zu unserem Vortrag im Januar immer mehr Jugendliche gehen ins „Gym“und wollen Muskeln aufbauen. Die Moti-vationen dabei sind vielfältig. Sich besserfühlen, besser aussehen oder besser in der eigenen Sportart performen sind nur einige der Gründe. Und obwohl „Fitness-studio“ heute die beliebteste Sportart in Deutschland ist, gibt es immer noch Mythen und Unklarheiten über das Trainingim Kindes und Jugendalter. Im Januar haben wir das Thema deshalb in einem Vortrag näher beleuchtet. Das Wichtigste erfährst du hier.
Wie sinnvoll ist Training für Kinder und Jugendliche?
Grundsätzlich ist Bewegung essenziell für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wer ausreichend Sport treibt, unterstützt den Körper und das Gehirn in der Wachstumsphase. Konkret wird dasHerz-Kreislauf-System gestärkt, die Motorik verbessert, die Körperkomposition verbessert und die Knochendichte gestärkt. Auch auf die Persönlichkeitsentwicklung und auf ein gutes Körper- und Selbstwertgefühl kann sich das Trainingpositiv auswirken. Die meisten Kinder in Deutschland bewegen sich aber grundsätzlich zu wenig. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 60 Minuten Bewegung am Tag das schaffen grade mal 15% aller Kinder in Deutschland.
Muss es denn Krafttraining sein?
Krafttraining ist aktuell stark im Trend. Viele Jugendliche sind motiviert, in einem Fitnessstudio zu trainieren und kommen so auf mehr Bewegungsminuten. Kraft-training hat aber auch entscheidende Vorteile gegenüber anderen Sportarten.Zum einen ist Krafttraining sehr sicher die Verletzungsrate z.B. im Fußball oder Tennis liegt deutlich höher. Das liegt daran, dass Krafttraining in Geräten geführt ist und falsche Bewegungen eherausgeschlossen werden. Beim Training mit Freihanteln ist dann etwas mehr Übung gefragt, es passiert aber auch hier nichts Unerwartetes. Das kann natürlich nicht vorausgesetzt werden, wenn beim Fußball plötzlich ein Gegenspieler reingrätscht oder man beim Tennis sehr schnell reagieren muss. Der zweite Vorteil ist, dass Krafttraining gut dosiert werden kann. Das Gewicht kann sehr genau eingestellt werden und über die Anzahl an Sätzen und Wiederholungen kann auf den individuellen Trai-ningszustand eingegangen werden.
Welche Gefahren gibt es durch Krafttraining?
Wie bei jeder Sportart sind Überlastungen natürlich möglich. Wer jeden Muskel fünf Mal in der Woche maximal trainiert,braucht sich über eine gereizte Sehne nicht zu wundern. Wenn das Training durch eine/n Trainer/in gut geplant wurde und die Übungen korrekt durchgeführt werden, sind die Gefahren sehr begrenzt. Im Vordergrund sollten besser die positiven Aspekte stehen wie z.B. die Reduzierung von Schmerzen. Viele Kinder habenRückenschmerzen, weil die Muskulaturzu schwach ist oder der Rücken durch das ständige Sitzen und Fehlhaltungen (z.B.während der Handynutzung) einseitig belastet wird. Wer seinen Rücken durch Training stärkt, beugt hier schon im jungen Alter vor und hat später viel davon.
Wie sollten Jugendliche also trainieren?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Der individuelle Trainingszustand, die Trainingsziele und auch die alltägliche Belastung sind entscheidend für eine gute Trainingsplanung. Das Wichtigste ist, dass die Bewegungsausführung beim Trainingstimmt und dass die Belastung passend gewählt ist. Für Anfänger und „jüngere Jugendliche“ eignen sich zu Beginn vor allem Übungen mit dem eigenen Körpergewicht wie Klimmzüge, Kniebeugen und Liegestütze. Auch das Training an Geräten kann sinnvoll sein, weil die Bewegungen dabei geführt sind.Insgesamt sollte Bewegung bei Jugendlichen vielseitig sein und Sport in ihrem Alltag integriert sein dabei kann das „Gym“ ein Teil davon sein.










